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Die „Amerika-Linie“
(Berlin) - Stendal - Uelzen

Bau und Betriebseröffnung 

Die „Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn-Gesellschaft“ (MHE) hatte am 12. Juni 1867 die Konzession für den Bau der „Lehrter Bahn“ Berlin - Hannover mit Abzweig in der Altmark nach Uelzen über Salzwedel bekommen. Nachdem Stendal als „Gabelpunkt“ angegeben war, verband dieser abzweigende Strecken-Ast Berlin über Stendal, Salzwedel und Uelzen mit den Nordseehäfen, denn von Uelzen aus war sowohl Hamburg direkt als auch Bremen und Bremerhaven über Soltau und Langwedel zu erreichen.

Einzelheiten zur Entstehungsgeschichte der „Lehrter Bahn“ und ihrer Stammstrecke sind unter diesem Begriff auf unserer Homepage nachzulesen. Hier soll die Geschichte des abzweigenden Streckenteils dargestellt werden, der stets im Schatten der Stammstrecke lag. Das umso mehr, als die Strecke nach dem zweiten Weltkrieg zwischen Salzwedel und Uelzen unterbrochen war und als einstige Magistrale fast in Vergessenheit geriet. 

Nachdem der preußische Handelsminister mit Dekret vom 10. April 1868 die Ausführung der Bauarbeiten an der Salzwedeler Strecke genehmigt hatten, begannen sie im Juni 1868. Im September 1868 wurden in der Tageszeitung unter anderem Bauarbeiten an Wege-Unter- und -Überführungen sowie größeren Brücken veröffentlicht. Eine dieser markanten Ziegel-Brücken stand bei Hohenwulsch, früher Bismark (Sachs.-Anh.) genannt, und bei Schnega. Beide sind erst 1994 bzw. 1998 abgetragen worden! Der Bahnbau ging zügig vonstatten. Die Teilstücke Stendal - Hohenwulsch und Pretzier - Salzwedel wurden noch im Jahre 1868 fertiggestellt. Am 27. September 1869 fand die erste Probefahrt auf der Gesamtstrecke statt. Obwohl noch nicht alle Gebäude fertiggestellt waren, wurde in einem Gesuch an den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen die baldige Eröffnung der Strecke im wirtschaftlichen Interesse der berührten Städte und Gemeinden erbeten.

Am 16. Februar 1870 war die landespolizeiliche Abnahme der erst eingleisig ausgebauten Linie Stendal - Salzwedel. Am 15. März fand die Betriebseröffnung als erstes Teilstück der Strecke Stendal - Uelzen statt. Als Unterwegsstationen waren im ersten Fahrplan zunächst Callehne (später Kallehne, jetzt Fleetmark), Brunau-Packebusch, Bismark (jetzt Hohenwulsch) und Kläden mit Abfahrtszeiten aufgeführt. In Meßdorf würden die Züge zunächst nur bei Bedarf anhalten.

Während sich die Stammstrecke der „Lehrter Bahn“ schnell zu einer Rennstrecke mit hochwertigen Zugangeboten entwickelte, gingen auf der in Stendal abzweigenden und bereits bis Salzwedel in Betrieb befindlichen Linie im Abschnitt Salzwedel - Uelzen die Bauarbeiten nur langsam weiter voran. Erst am 15. April 1873 wurde der Güterverkehr eröffnet, dem am 15. Mai 1873 die Eröffnung für den Personenverkehr zwischen Salzwedel, Uelzen und Langwedel folgte. Damit hatte sich Stendal zum bedeutendsten Eisenbahnknoten der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn-Gesellschaft „gemausert“.

Kläden
Bahnhof Kläden
(Slg. W. List/1876)


Salzwedel
Bahnhof Salzwedel
(Slg. W.List/um 1900)
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