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Kleinbahn Goldbeck - Werben/E

Bau und Betriebseröffnung

Die Geschichte dieser alten Privatbahn beginnt in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als der Rittergutsbesitzer Philipp Freise um 1885/86 das Gut Iden kaufte und danach trachtete, die auf seinen umfangreichen Ländereien in der Wische erzeugten Zuckerrüben schnell und billig nach Goldbeck zur Zuckerfabrik transportieren zu können, wo er Hauptaktionär war. Die Wische ist das fruchtbare Gebiet östlich von Osterburg und Seehausen (Strecke Stendal - Wittenberge) und westlich der Elbe, nahe der Havelmündung. Diese im Nordosten der Altmark gelegene Landschaft war damals ein ideales Rübenanbaugebiet.

Am 1. April 1886 eröffnete Freise die Strecke Iden-Goldbeck und in zwei weiteren Ausbauetappen bis zum 1. Oktober 1898 die Teilstrecken Iden - Giesenslage und Giesenslage - Werben. Die Betriebsführung übernahm die Firma Lenz & Co., Berlin. Die örtliche Bauausführung der Teilstrecke Giesenslage-Werben oblag dem Baumeister Heinrich Adrian. Die insgesamt 20 km lange Strecke auf eigenem Bahnkörper und weitere zwei Kilometer auf Staatsbahngelände war regelspurig ausgeführt.

Im November 1905 wurde gegen den Widerstand des Rittergutsbesitzers Freise/Iden der Weiterbau der Bahn vom Bahnhof Werben zum Hafen durchgesetzt. Die damit verbundene Dammaufschüttung und Gleisverlängerung war binnen weniger Jahre vollzogen. Werben hatte nun nicht nur über die Kleinbahn Anschluß an das staatliche Eisenbahnnetz, sondern auch wirtschaftlichen Anschluß an das Wasserstraßennetz erhalten.

Einschließlich aller Nebengleise (unter anderem zum kleinen Elbhafen und zu den Gütern) verfügte die Bahn über 26 km Gesamtlänge, davon verliefen 2 km auf Staatsbahnkörper. Die Gleise lagen in einer Kiesbettung. Es wurden Schienen mit einem Gewicht je laufendem Meter von 15,1 kg und 23,8 kg verwendet. Die Stahlschienen ruhten auf hölzernen Schwellen.

Im Bahnhof Goldbeck bestanden ein Anschluß an die Zuckerfabrik und einer an die Staatsbahn Stendal-Wittenberge.

Besonders umfangreiche Anschlüsse besaß das Rittergut Iden. Neben Gehrhof waren dies die Entladestelle Sandgrube, der Gutshof mit seinem Düngerschuppen, das Kohlenlager für die Dampfpflüge und das Getreidelager. Außerdem waren auf den Haltestellen Iden und Rohrbeck Ladestraßen vorhanden. Beim Abzweig Gehrhof begann eine mit Pferden betriebene Anschlußbahn zum Gut Rengerslage.

Werben/E vor 1900
Bahnhof Werben/E
(Slg. W.List/ vor 1900)

Werben/E ca. 1900
Zug nach Goldbeck im Bahnhof Werben/E.
(Slg. W. List/um 1900)


Werben/E vor 1919
Der Bahnhof Werben/E als Postkartenmotiv.
(Slg. W. List/vor 1919)


Anschluss Gut Iden
Am Anschluss des Gutes Iden.
(Slg. W. List)
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