Titelleiste
 
 
Hauptbahnen   Kleinbahnen   Läutewerke   Pferdebahn   Modellbahn   Links   Gästebuch

Nebenbahn Stendal - Tangermünde

Streckenbeschreibung

Die Stationen der St.T.E.G. sind Tangermünde (km 0,0), Miltern (km 3,3), Bindfelde (km6,6), Stendal-Vorbahnhof (km 9,0) und Stendal Hbf. (km 10,2). Von Stendal ausgehend, verläuft die Strecke zunächst parallel zur Berliner Strecke Richtung Osten. Hinter Stendal-Vorbahnhof zweigte das Gleis der Stendaler Kleinbahn GmbH. ab. Während dieses bis 1994 die heutige Bundesstraße 188 überquerte, schwenkt das Tangermünder Gleis in einer Rechtskurve neben die B 188 und verläuft parallel zu ihr bis an die Stadtgrenze von Tangermünde. Dort wird diese Straße gekreuzt. Der Bahnübergang ist mit einer Halbschrankenanlage gesichert. Mit einer leichten Rechtskurve findet die Bahn wieder ihren Kurs entlang der Bundesstraße. Hinter dem ehemaligen Anschluß zur Kartoffelflockenfabrik verläuft die Strecke durch einen kurzen Einschnitt und erreicht in einer scharfen Linkskurve den Bahnhof Tangermünde.

Das Verkehrsaufkommen war vom ersten Tage an außergewöhnlich hoch und machte mehrmalige Erweiterungen der Gleisanlagen sowie des Lokomotiv- und Güterschuppens in Tangermünde notwendig. In den Jahren 1893/1894 wurde das Ladegleis an der Elbe bis zum Fährdamm, in den Jahren 1895/1896 die Hafenverbindungsbahn bis zur Tangerschleuse und 1898 das sogenannte Hochwassergleis an der Elbe bei Karlbau hergestellt. Im Jahre 1923 ist auch das Empfangsgebäude erweitert worden, das noch heute ein repräsentatives Bauwerk darstellt. Außer zahlreichen Erweiterungen der Privatgleisanlagen der Zuckerraffinerie Friedrich Meyer's Sohn AG entstanden im Laufe der Jahre die folgenden Privatgleisanschlüsse in Tangermünde:

  • 1898 Schiffswerft Fr. Bettin
  • 1903 Konservenfabrik Tangermünde, Fr. Meyer's Sohn
  • 1908 Chemische Fabrik Scheidemantel-Motard AG (Leimfabrik)
  • 1919 Märkische Nähr- und Futtermittelfabrik sowie das Rittergut Charlottenhof (auf freier Strecke zwischen Miltern und Bindfelde)
  • 1920 Schokoladenfabrik „Feodora“ Fr. Meyer AG
  • 1934 Kartoffelflockenfabrik Georg Bierstedt (von Hauptgleis vor der Einfahrt zum Bahnhof Tangermünde)

Später kam in Miltern, zu dem vorhandenen öffentlichen Ladegleis, noch ein Anschlußgleis zu einer Getreidelagerhalle hinzu. Miltern war Tarifbahnhof für den Güterverkehr. Dazu diente das öffentliche Ladegleis.

Außerdem befand sich auf freier Strecke zwischen Tangermünde und Stendal Vorbahnhof westlich der Wegeeinmündung aus Richtung Charlottenhof ein Anschlußgleis für das Rittergut Charlottenhof. Es war mit zwei Weichen an das Streckengleis angebunden. Die westliche Weiche wurde nach 1945 auf dem Haltepunkt Bindfelde für ein Anschlußgleis zu einer Düngerlagerhalle der BHG Miltern verwendet.

Von Bahnhof Stendal-Vorbahnhof führte bereits seit 1891 ein Anschlußgleis zur Aktien-Zuckerfabrik Stendal.

In den Bahnhof wurde 1904 die schmalspurige Kleinbahn nach Lüderitz eingeführt. Von dieser bis zum Oktober 1917 bestandenen Schmalspurbahn ist noch heute der ehemalige Lokomotivschuppen an der Südseite des Bahnsteiges erhalten, während der zeitweilig sogar fünfständige Schuppen (Abbruch etwa 1955) der Stendal–Tangermünder Eisenbahn-Gesellschaft nicht mehr besteht. Ein Kohlenbansen und zwei Wasserkräne vervollständigten die Dampflokbehandlungsanlagen. Lediglich die umfangreichen Gleisanlagen des Bahnhofes sowie die Ortsgüteranlage (mit Ladestraßen, Güterschuppen, Lademaß, zwei Gleiswaagen und einer Kopf-/Seitenrampe), im Laufe der Zeit immer wieder verändert oder schon abgerissen, lassen die einstige Geschäftigkeit heute nur noch erahnen.

Die Bahnhöfe Tangermünde und Stendal-Vorbahnhof waren erst durch Form-, später dann durch Lichthauptsignale gesichert. Im letzteren Bahnhof bestand ein mechanisches Stellwerk für drei Signale und etwa zehn Weichen. Der Stellwerksraum in Tangermünde befand sich im Empfangsgebäude. Von dort aus wurden das Einfahrsignal, die Einfahrweichen (alle anderen Weichen sind Handweichen), das Rangiersignal und die Schranken für den Bahnübergang über die Straße „In den Töpferstiegen“ bedient. Wegen des starken Rangierverkehrs zu den Anschlußgleisen erhielt der Bahnübergang Kirschallee/Fritz-Schulenburg-Straße ebenfalls wärterbediente Schranken. Die Wärterbude steht heute noch am Ende der Ladestraße, doch werden die Schranken nicht mehr bedient. Zum Fahrplanwechsel 1995/96 ist auf dieser Strecke der vereinfachte Nebenbahndienst eingeführt worden. Dazu hat man das Einfahrsignal von Tangermünde durch eine Trapeztafel ersetzt und den früheren Fahrdienstleiter zum Schrankenwärter degradiert.

Zurückblättern
Weiterblättern
 
  LogIn Kontakt Impressum