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Läutewerkbauformen

Das Spindelläutewerk

Diese sehr einfache Bauform geht auf Friedrich von Hefner-Alteneck, Chefkonstrukteur von Siemens & Halske, zurück, der im Jahre 1871 die sehr materialaufwendige Ausführung der Räderläutewerke in den Mantelbuden durch eine billigere ablösen wollte. Statt der Mantelbude verwendete er eine gusseiserne Hohlsäule, die auf einem Erdfuß montiert war und einen sehr langen Gewichtsablauf zuließ. Das einfache Triebwerk besaß nur ein Rad und eine Hammerspindel sowie den Anker samt Auslösehebel als bewegliche Teile.

Das Rad R trug eine Anzahl Anschlagstücke n. Von denen legte sich im Ruhezustand immer eines gegen die halb durchgefeilte Welle a1 des Auslösehebels H. Die Feder f2 war bestrebt, den Hebel a1 nach oben zu ziehen. Das gelang immer erst, wenn der Strom den Anker a anzog und dieser den Haken h nach links bewegte, so dass er nun die Schneide a2 am Auslösehebel losließ, der sich nach oben drehte und damit die halb durchgefeilte Welle a1 so weit mitnahm, dass das dagegen liegende Anschlagstück n nun durchlaufen konnte. Das Rad R drehte sich so lange, bis der nächste Hebestift s1-3 den Ansatz n1 am Auslösehebel niederdrückte und a2 wieder von h gefangen wurde.

Am Rad R saßen kronenartige Knaggen, die während der Drehung von R unter dem Zug des Gewichtes G den senkrechten Hammerstiel („Spindel“) in Bewegung setzten. Dazu trug der Hammerstiel oben und unten angeschmiedete Lappen l, die zwischen die Knaggen ragten und von ihnen wechselseitig hin- und herbewegt wurden und damit den Hammer innerhalb der Glocke hin und her warfen.

Das Spindelläutewerk hatte keine beweglichen Teile, die außerhalb des Gehäuses lagen, und war damit sehr wettergeschützt. Konstruktiv war nur das Anschlagen einer Glocke oder zweier Glocken möglich. In letzterem Falle wurden beide Glocken übereinander gelegt. Die innere kleine Glocke besaß an einer Stelle ein Loch, durch das ein Zapfen hereinragte, den die große Glocke angegossen trug. Der Hammer pendelte nun immer zwischen dem direkten Anschlag der kleinen Glocke in der einen Endstellung und dem Anschlag (des Zapfens) der großen Glocke in der anderen Endstellung hin und her. In Abhängigkeit von der Anzahl der Anschlagstücke, die gleich der Hebestifte war, konnte eine unterschiedliche Schlaganzahl hervorgebracht werden.

Triebwerk für Spindelläutewerk
Triebwerk für Spindelläutewerk.
(Slg. W. List)

Spindelläutewerk offen
Geöffnetes 1-glockiges Spindelläutewerk der Sammlung von Wolfgang List. Gut zu erkennen ist, dass alle beweglichen Teile innerhalb der abgezogenen Ummantelung liegen.
(W. List/2004)
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